Leise murmelt der Gartenbach



[27.05.2010] Gemessen an den seit Jahrzehnten sehr verbreiteten Gartenteichen sind Gartenbäche heute jedoch fast noch Exoten. Meist entdecken wir sie als Bereicherung oder Ergänzung eines Teiches: Aus einem Quellstein, einem Hügel, einer Gruppe von Steinen oder aus einem Baumstubben stürzt ein Wasserfall heraus und plätschert zwei, drei Meter weit als Bächlein zum Teich. Natürlich darf sich ein Gartenbach auch über ein ganzes Grundstück ziehen. Er kann dabei einen Teich oder Sumpf durchqueren – und anschließend wie in einer Karstlandschaft schlicht im Boden versickern. Eine selten genutzte Variante, die technisch und akustisch einige Ansprüche stellt.

Zuerst müssen wir den Bach zum Erdreich hin abdichten. Dazu gibt es starre Hohlformen, die wir wie Dachziegel aneinanderfügen. Flexiblere Gestaltung wird durch Teichfolien ermöglicht. Noch wenig bekannt: Es gibt nicht nur Abdichtungen aus PVC, sondern auch aus Werkstoffen, die keine Weichmacher ausdünsten. Sie sind etwas teurer als PVC-Bahnen, werden aber vor allem im Schwimmteichbau und bei der Dachabdichtung zunehmend eingesetzt.

Um harmonisch zu wirken sollte so ein kleiner Bach nicht zu tief im Gelände versenkt sein! Je flacher sein Bett, je abwechslungsreicher in Breite und Tiefe, desto natürlicher wirkt er. Um so mehr müssen wir allerdings aufpassen, dass kein Wasser aus dem System verloren geht. Die Abdichtung sollte deshalb in der Breite großzügig bemessen sein. Dann ist es leichter, sie durch Erde, Steine, Kies und Pflanzen zu kaschieren, ohne dass Wasser an einem zu tief liegenden Folienabschnitt versickert oder eine wuchernde Pflanzendecke wie ein Docht Feuchtigkeit ins Umfeld abzieht.
Um Energie zu sparen, muss der Bach eigentlich nur laufen, wenn wir uns in seiner Nähe aufhalten. Es empfiehlt sich deshalb, beispielsweise vor kleinen Wasserfällen Bereiche vorzusehen, in denen bei abgestellter Pumpe noch Wasser steht. Das sieht nicht nur schöner aus als ein trocken gefallenes Kiesbett. Es ist auch von Vorteil für Sumpf-Vergissmeinicht und andere Pflanzen der Ufer.

Wie stark muss die Pumpenleistung bemessen sein? Sie ist abhängig von drei Faktoren: Dem Wasservolumen, das durch den Schlauchdurchmesser bestimmt wird, dem Höhenunterschied zwischen Pumpe und Quelle und der Strecke, also der Schlauchlänge, die das Wasser zur Quelle gepumpt werden muss.

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